Fettleibigkeit - ein politisches Problem?
Inhalt
- Fett weg? Liebe Politiker, das geht zu weit!
- Sport und Desinformation
- Theorie einer nationalen Verschwörung
- Content is king! - Auf den Inhalt kommt es an!
- Vorbild Politik?
- Ästhetik und das Auge des Betrachters
Fett weg? Liebe Politiker, das geht zu weit! Vergangenen Mittwoch, 9. Mai 2007, war es also soweit. Der Schritt zur gleichgeschalteten, entmündigten Steuerdienerschaft ist beinahe vollzogen. Das Recht auf Individualität wird ein weiteres Mal umso heftiger mit Füßen getreten. Das Bundeskabinett hat das Regierungsprogramm "Fit statt fett" beraten und entsprechende Eckpunkte verabschiedet. Der nationale Aktionsplan soll tief in die persönlichen Vorlieben der Deutschen eingreifen - Ernährungs- und Bewegungsvorschriften sind keine erschreckende Utopie mehr. Vor allem das "Übergewicht" bei unseren Kindern soll bekämpft werden. Hier ist mehr als nur sozio-politisches Fingerspitzengefühl gefragt.
Sport und Desinformation Mit einem dubiosen neuen Konzept will die Politik den Bürger gefügig machen und sanft die kommende Grundrechtseinschränkung auf freie Entfaltung der individuellen Bürgerpersönlichkeit einleiten: "Sport". Umfragen zeigen, dass diesem mysteriösen Vorgehen eher mit Misstrauen begegnet wird; wenige wissen um Einzelheiten, das Gros ist verunsichert. Klar ist den Meisten nur eins: "Sport" soll die Entmündigung des Bürgers weiter vorantreiben und der Allmacht der großen Oligarchie Staat und Industrie eine weitere Tür öffnen, abzuschöpfen und auszubluten.
Theorie einer nationalen Verschwörung Gut unterrichtete Kreise vermuten gar eine von höchsten Stellen eingefädelte Absprache verschiedenster Branchen mit politischer Unterstützung: Überholte, gar funktionsfreie Konsumgüter sollen dem Kunden über verschiedene Marketingstrategien im Dunstkreis "Sport" als neue und funktionell hochspezialisierte Fitnessgeräte untergeschoben werden. Man denke u.a. an Ski-Stöcke, die als notwendiges Instrumentarium für ehemalige Kunstbegriffe der Werbebranche - siehe "Nordic Walking" oder neu: "Nordic Blading" - ihre Zweit- und Drittvermarktung erleben dürfen, just als sie drohen für moderne alpine Fortbewegung obsolet zu werden. Scheinbar neue Bedürfnisse werden hier auf Konsumentenseite geweckt, die Produktionskosten gleich gehalten oder sogar weiter gesenkt und die Konjunktur angetrieben. Nur der Endverbraucher fühlt sich verschaukelt, sobald ihm bewusst wird, dass er (funktions)gleiche Artikel bereits mehrfach unter verschiedenen Namen erworben hat.
Content is king! - Auf den Inhalt kommt es an! Das hört man heute gerne mal und es trifft auf viele Lebensbereiche zu. Man denke nur an die Partnerwahl: Ohne guten Inhalt, kein gelungenes Date; zumindest aus Sicht der Frauen. Und nun soll dieser Inhalt auf einmal schlecht sein, nur weil Körper und Geist eine Einheit bilden? Greift diese These nicht zu kurz? Ohne Dicke geht es nicht! Sonderanfertigungen, Nischenprodukte, andere Dimensionen der Markterschließung und -durchdringung stehen am Anfang eines vielversprechenden Aufschwungs. Erst in allerjüngster Zeit scheint dieser aufkeimende Aspekt des freien Marktes richtig erfasst und erschlossen zu werden. Fragt denn niemand nach den verschiedenen Gründen für einen in den letzten Jahren wieder mühsam gesteigerten Konsum zum Wohle des deutschen Einzelhandels? Was würde die zart blühende Wirtschaft dazu sagen, wenn der deutsche Konsument in strategisch wichtigen Konsumfeldern wie Fett und Anabolika seinen Bedarf entscheidend verändert und somit als Hauptabnehmer ausscheidet? Ob das allein durch einen Absatzanstieg im Export- und Biobereich zu kompensieren ist? Dann ist auf einmal schon wieder der kleine und regierungskonform dünn geschrumpelte Bürger schuld? Nicht mit uns! Prinzipiis obsta!
Vorbild Politik? Gesundheitsministerin Ulla Schmidt und Verbraucherminister Horst Seehofer wollen an die Bundesbürger appellieren, sich gesünder zu ernähren und mehr zu bewegen. Der Bürger hat gerade gelernt, Politik ernst zu nehmen und falsche Vorbilder wie Fußball oder Frauentennis gegen Größen aus den Bereichen Politik und Wirtschaft zu ersetzen, schon wird ihm ein weiteres Mal ein Stück Sicherheit genommen. Gerade das charakterbildende Verhalten unserer Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens soll nun zum Stein des Anstoßes werden? Die Synergie aus Intelligenz, Charme, Charisma und Körperlichkeit - eine Vorspiegelung falscher Tatsachen? Nicht so mit dem Big Boss - da wurde die Rechnung wieder ohne Staatsvorbild Nr.1 und Hobby-Charismatiker Reiner Calmund gemacht!
Ästhetik und das Auge des Betrachters Aus den Eckpunkten des bundespolitischen Programms geht hervor, dass zwei Drittel der Männer und 53 Prozent der Frauen in Deutschland als zu dick angesehen werden. Jetzt existiert also schon eine Ästhetikkommission. Nur noch ein Schritt entfernt von der biometrischen Ganzkörpererfassung. Gesellschaftliche Sanktionen wie Anstieg der Krankenkassenbeiträge, der rigorose Ausschluss aus Privatversicherungen oder öffentliche Verfemung sind bereits bittere Realität. Die mit der neuen Politkampagne deutlich tiefer greifenden, diskriminierenden Resultate kann man sich bereits ausmalen: Vollschlank wird zu einem K.-o.-Kriterium für jede Art von Reiseverkehr oder Nahverkehrsmittel. Zuschläge in kulturellen und öffentlichen Einrichtungen, die um verstärkte Abnutzung und Platzmangel und Übergriffen fürchten - letztere vor allem von Seiten radikaler Anhänger der allerorts gepredigten Medienästhetik.
Quo vadis, vox populi?
Links zum Thema:
- Körperfülle und Anziehung
- Hier wird nochmal Dickes in Deutschland aufgegriffen
Abgelegt unter: Die Norm

Man denke u.a. an Ski-Stöcke, die als notwendiges Instrumentarium für ehemalige Kunstbegriffe der Werbebranche - siehe "
Das hört man heute gerne mal und es trifft auf viele Lebensbereiche zu. Man denke nur an die Partnerwahl: Ohne guten Inhalt, kein gelungenes Date; zumindest aus Sicht der Frauen. Und nun soll dieser Inhalt auf einmal schlecht sein, nur weil Körper und Geist eine Einheit bilden? Greift diese These nicht zu kurz? Ohne Dicke geht es nicht! Sonderanfertigungen, Nischenprodukte, andere Dimensionen der Markterschließung und -durchdringung stehen am Anfang eines vielversprechenden Aufschwungs. Erst in allerjüngster Zeit scheint dieser aufkeimende Aspekt des freien Marktes richtig erfasst und erschlossen zu werden. Fragt denn niemand nach den verschiedenen Gründen für einen in den letzten Jahren wieder mühsam gesteigerten Konsum zum Wohle des deutschen Einzelhandels? Was würde die zart blühende Wirtschaft dazu sagen, wenn der deutsche Konsument in strategisch wichtigen Konsumfeldern wie Fett und Anabolika seinen Bedarf entscheidend verändert und somit als Hauptabnehmer ausscheidet? Ob das allein durch einen Absatzanstieg im Export- und Biobereich zu kompensieren ist? Dann ist auf einmal schon wieder der kleine und regierungskonform dünn geschrumpelte Bürger schuld? Nicht mit uns! Prinzipiis obsta!
Der Bürger hat gerade gelernt, Politik ernst zu nehmen und falsche Vorbilder wie Fußball oder Frauentennis gegen Größen aus den Bereichen Politik und Wirtschaft zu ersetzen, schon wird ihm ein weiteres Mal ein Stück Sicherheit genommen. Gerade das charakterbildende Verhalten unserer Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens soll nun zum Stein des Anstoßes werden? Die Synergie aus Intelligenz, Charme, Charisma und Körperlichkeit - eine Vorspiegelung falscher Tatsachen? Nicht so mit dem Big Boss - da wurde die Rechnung wieder ohne Staatsvorbild Nr.1 und Hobby-Charismatiker Reiner Calmund gemacht!













I’m loving it! Große Analysekunst!!
Ich denke, hier muss ein komplettes Umdenken einsetzen. Sind die Dicken nicht permanent Verlockungen ausgesetzt, denen sie gar nicht widersehen koennen? Ist dieses Ueberangebot nicht ein rein gesellschaftliches Problem? Ist somit das Fett der Fetten nicht auch unser aller Fett? Und wenn dann noch eine unglueckliche Kindheit hinzukommt, dann aber “Halloechen Popoechen”!
Nein, eine aufgeklaerte Gesellschaft kann sich keine dicken Krokodilstraenen leisten, wenn der 200-Kilo Mann schluchzend am Burger-Stand vorbeigeht, einfach nur, weil er mit diesen gesellschaftlichen Zuschreibungen nicht zurechtkommt? Nein! Und deshalb sage ich “Ja zu deutschem Fett”! Aber dennoch, ein “Kuck nicht, sonst kotz ich” muss erlaubt bleiben.
@Oli: ich sehe es auch als gesellschaftliches Problem. Und dennoch sind nicht alle dick! Wir vergessen hier Erkrankungen wie Magersucht oder Bulimie - und die Zahl steigt ebenso kontinuierlich wie der Zahl der dicken Menschen.
@Frank: vielleicht gibt es dann wieder Turnvater-Jan-Vorführungen. Als ich noch ein dünnes Kind war, hatten wir jede Woche zweimal Turnunterricht im Turnverein. Da waren dann weitere 150 dünne Kinder, die alle auch Purzelbäume geübt haben. Als ich dann 16 war, wurde der Verein praktisch geschlossen - das war der Startschuß für die dicken Kinder! Schade.
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,483276,00.html
Ein Link! Einfach nur, weil dort die bisher schoenste Definition von “adipös” zu lesen ist. Gut, dass der Wortschatz zunimmt.
Sehr guter Link - da bleibt nichts unausgesprochen: “…, wo sie sozusagen Kurse anbieten für die korrekte Verwendung von Tüten-Suppen.” Punktlandung.
…please where can I buy a unicorn?