Dekade des Herrn

Redons SumpfblumeMusenkuss im Altmülltal, die Pfeifen spatzen es ins Land, Prismenbogen am Steg zum See der Jugend. Nun, da alles dunkel ist, die Arbeit getan; Licht aus, Tür zu - da liegt der Leichnam der Scham bis zur Sohle hart gesotten und die Kälte ist einsam ohne Protagonisten. In diesem Moment schließt am Rand des poröspolierten Ethikraums ein Kabelbrand die letzte Sicherung kurz. Schlaraffenland ist abgebrannt und tanzt mit Lummerland zwischen den Eisblumen den Reigen des Todes. Wie riechen eigentlich schöne Gefühle? Es ist die Dekade des Herrn und keiner bleibt zurück ohne seinen Platz im Schatten.

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Ocean’s Thirteen - Füllhorn der Zahlenmagie

Schade, jetzt kann ich mich schon gar nicht mehr richtig an den Film erinnern. Macht nichts. Der Haupteindruck: Deutlich besser als der zweite Teil, weniger das Rumms des ersten. Über die Schauspieler muss man ja mittlerweile nichts mehr sagen. Die Dialoge zwischen George Clooney und Brad Pitt sind der eigentliche Grund, in den Film zu gehen. Natürlich im Original. Das versteht man zwar gerne mal nicht, weil genuschelt wird, aber wenn es sitzt, dann richtig.
Cool and the GangDer Rest ist eigentlich Geschichte. Wer den ersten Teil kennt, weiß, was auf ihn zukommt, nur etwas weniger pfiffig inszeniert, dafür techniklastiger und - wichtig für Alkoholiker - leichter verständlich. Bis am Ende das Knäuel wieder von hinten entwirrt wird, bleibt ein weiteres Mal unklar, wer jetzt wen um genau wieviel beschissen hat. Obwohl natürlich klar ist, wer ganz am Ende ohne Hosen dasteht. Es gibt fast nichts, was Al Pacino nicht steht. So modisch-charismatisch gesehen. Achso: Matt Damon in Bedrängnis - auch nett. Kurz: Gut.

Was sagt meine Bierskala? Tja. Da tut man sich jetzt schwer, denn nüchtern will man ja auch nur ungern im Kino rumsitzen bei mehrstündigem Lokalwerbeanteil. Also mal notgedrungen eine 2-1, obwohl sogar eine 1-0 zur Not ginge.

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Ode an die Digitalisierung - Theorie und Praxis

Digitale Daten - was kann man nicht alles digitalisieren. Fast alles oder besser: sehr viel. Unglaublich. Und platzsparender wird es auch mit jedem weiteren Schritt. Der derzeitige ist ja schlicht die Festplatte. Brennen ist out, Platte ist in. Muss ja auch. Meine ersten Backup-CDs und -DVDs sind schon längst gespresster Staub. Noch in Form, aber inhaltlich schon über alle Berge. Das offenbarte mir neulich ein Versuch, etwas Älteres zu reanimieren. Die Bits rieselten seitlich aus dem DVD-Schub. Übrig blieb eine Fehlermeldung und ein kleiner Schrei von mir - ungehört. Die Daten sicher für immer. Erinnert mich spontan an die modernen kryonischen Versuche der Vitrifikation (”Verglasung”, das Tieffrieren von Menschen).
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