Verlustangst und Verwandtschaften
Es ist schon wieder passiert. Fünf Bier und Fertiggericht wurde sentimental. Ruckzuck werden die alten Fotos ausgepackt. Hier und da und dort. Die gesamte Familie plus Omma und Oppa - Gott hab’ sie selig - liegt auf dem Tisch und Fertiggericht und Tütensuppe heulen. Natürlich erst als die meisten anderen Gäste bereits gegangen sind und der Mond seinen Schleier des Vergessens über den versifften Holztisch senkt. Verlustängste sind ja mittlerweile weit verbreitet. An Menschen, Begebenheiten, Dingen, der Vergangenheit wird festgehalten. Auch an alter Scheisse. Und genau dort wird’s gefährlich. Einfach mal loslassen. Tütensuppe geht aufs Klo, Fertiggericht hat ausgeweint und bestellt noch ein Bier. Die erste Hälfte auf dem lagen Weg des Vergessens ist geschafft.
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Immer mehr Rentner rüsten auf. Mit Recht! Raubüberfälle auf Senioren? Schon längst kein Tabuthema mehr in unserer Gesellschaft.
Neulich in der Kantine riss die alte Debatte zwischen Tütensuppe und Fertiggericht wieder Löcher in die Grundversorgung mit natürlichen Nahrungsmitteln und deren gut verdaulichen Derivaten. Die Massen waren polarisiert, der Appetit dahin. Selbst ein Versuch der beiden Kontrahenten, eine rasche Einigung vor Ort zu erreichen, endete mit einer entwürdigenden Cremeschlacht zwischen Aktionscounter und Salatbuffet.