Klondike 3 - Flucht am Yukon
Tütensuppe ist verwirrt … die Hetzjagd geht weiter, Pappa schon den üblichen Schritt voraus. Gefühlte tausend Kilometer Sand in den Augen - Körner groß wie Nuggets - die allesamt bis auf die Netzhaut durchschlagen. Geblendet und ausgelaugt, doch die Millionen im Ärmel. Ein weiteres Mal Triumph über das Risiko und alle Pfeifen hinter sich gelassen. Der Abstand schmilzt mit jedem Schritt, Tütensuppe beschwört den Regengott. Pappa war winterlang Spurenleser a.D. und so ein Blizzard käme gerade gelegen, sagt er. Der Wald wird dichter, doch der rechte Arm blutet und spritzt wie ein Springbrunnen - gefundenes Fressen für Schnee-Echsen und die Killerbrigade aus Klondike-Trappern hinter ihnen. Ab und an ein mit bloßer Hand und Nagelschere notdürftig sezierter Wolf als falsche Fährte seitlich über den Wegesrand hinaus geschmissen. (weiterlesen…)
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Pappa war winterlang Spurenleser a.D. und so ein Blizzard käme gerade gelegen, sagt er. Der Wald wird dichter, doch der rechte Arm blutet und spritzt wie ein Springbrunnen - gefundenes Fressen für Schnee-Echsen und die Killerbrigade aus Klondike-Trappern hinter ihnen. Ab und an ein mit bloßer Hand und Nagelschere notdürftig sezierter Wolf als falsche Fährte seitlich über den Wegesrand hinaus geschmissen. 













Ikea hat es getan. Man spürt die Machtlosigkeit in einem solchen Moment. Man meint, ewig Zeit zu haben, und dann - *zack*. Vorbei. Aus die Maus. Schicht im Schacht und Ende Gelände. Bonde ist raus. Auch wenn man hier und da noch Restposten hamsterkaufen kann - die Zeichen sind deutlich und stehen auf Sturm. Materialschlacht mal anders. Der Kampf bereits verloren. Sind wir mal ehrlich: Die neue Regalserie Besta kann diese Lücke nicht schließen. Qualitativ eine Katastrohpe. Gerade das Weiß. Keine Chance. Wohin jetzt?
All the world’s a stage. Scheitern auf hohem Niveau will gekonnt sein. Das Niveau gilt es erstmal aufzubauen und dann ist das Timing ausschlaggebend. Die falsche Ausfahrt muss richtig knallen. Den Bumms muss man im Magen spüren, auch wenn er nicht gleich existenziell sein muss. Oder existentiell. Oder beides. Dann macht es Klick und man sieht sich quasi von außen diesen filmreifen Moment des Scheiterns erleben. Out-of-the-body-experience. Extraterrestrische Erscheinungen, Untersuchungen im All, das kalte Metall eines Stabpürierers tief im Darm und auf volle Leistung. Das geht durch und durch, höhlt langsam aus unter unglaublichen Schmerzen und dann … auf einmal fühlt man sich unbeteiligt und nur noch leer. Schock, leicht, denn man steht noch. Stehend sterben. Nicht einfach, aber unter Männern und im Film möglich und höchstes Kung Fu.
Musenkuss im Altmülltal, die Pfeifen spatzen es ins Land, Prismenbogen am Steg zum See der Jugend. Nun, da alles dunkel ist, die Arbeit getan; Licht aus, Tür zu - da liegt der Leichnam der Scham bis zur Sohle hart gesotten und die Kälte ist einsam ohne Protagonisten. In diesem Moment schließt am Rand des poröspolierten Ethikraums ein Kabelbrand die letzte Sicherung kurz. Schlaraffenland ist abgebrannt und tanzt mit Lummerland zwischen den Eisblumen den Reigen des Todes. Wie riechen eigentlich schöne Gefühle? Es ist die Dekade des Herrn und keiner bleibt zurück ohne seinen Platz im Schatten.
Der Rest ist eigentlich Geschichte. Wer den ersten Teil kennt, weiß, was auf ihn zukommt, nur etwas weniger pfiffig inszeniert, dafür techniklastiger und - wichtig für Alkoholiker - leichter verständlich. Bis am Ende das Knäuel wieder von hinten entwirrt wird, bleibt ein weiteres Mal unklar, wer jetzt wen um genau wieviel beschissen hat. Obwohl natürlich klar ist, wer ganz am Ende ohne Hosen dasteht. Es gibt fast nichts, was Al Pacino nicht steht. So modisch-charismatisch gesehen. Achso: Matt Damon in Bedrängnis - auch nett. Kurz: Gut.